Was spürst du in deinem Herz?

Das Gehirn im Gehirn.

 

Das emotionale Gehirn kontrolliert autonom alles was das psychische Wohlbefinden steuert, sowie aber auch einen großen Teil der Körperphysiologie, Herzfunktion, Blutdruck, Hormone, das Verdauungs- und sogar das Immunsystem sowie alle Überlebensreaktionen (Kampf, Fluchtreflexe und Fortpflanzungstrieb). Funktionsstörungen des emotionalen Gehirns betreffen somit auch immer unsere Gefühle. Daher kommen auch solche Sprüche im Volksmund zustande wie zum Beispiel: „Was ist dir über die Leber gekrochen?“, „Etwas drückt mir auf den Magen“, „Da lacht das Herz“, „Etwas geht mir an die Nieren“.

 

Weil das Körperliche und das Gefühl vom selben Teil des Gehirns gesteuert werden, können Gefühle auch nicht bewusst abgeschaltet werden. Das emotionale Gehirn ist sozusagen eine Kommandozentrale, die die Informationen aus dem Körper wie in einem Regelkreis im Gleichgewicht halten möchte. Es kennt unseren Körper viel besser als die Großhirnrinde.

 

In der Großhirnrinde ist unsere Sprache, die Wahrnehmung und das Denken verankert. Wir können bewusst still sein oder sprechen, wenn wir es möchten. Es ist die oberste Schicht unseres Gehirns und unter dem evolutionären Blickwinkel auch die jüngste. Über den Stirnlappen steuert die Großhirnrinde Konzentration, Achtsamkeit, die Unterdrückung von Instinkten und die Planung der Zukunft. Deshalb kommt man besser über den Körper als über die Sprache an die Gefühle.

 

Die Informationsverarbeitung des emotionalen Gehirns ist schneller und primitiver als in der Großhirnrinde. Somit kann passieren, dass ein Stück Holz im Wald, welches einer Schlange ähnlich sieht, eine Angstreaktion auslöst, bevor überhaupt im restlichen Gehirn die Überprüfung stattfinden kann. In solchen Situationen löst das emotionale Gehirn, auch mit nur bruchstückhaften oder sogar falschen Informationen, die Überlebensreaktion aus. Es ist immer wachsam und überwacht aus dem Hintergrund. Sobald eine Gefahr oder aber auch eine andere Überlebenschance (Partnerwahl 😉) in Sichtweite ist, schlägt es innert Millisekunden Alarm und unterbindet alle Vorgänge in der Großhirnrinde, um sich unverzüglich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

 

Das emotionale Gehirn verfügt über die Fähigkeit den Stirnlappen, den am höchsten entwickelten Bereich unseres Gehirns, abzuschalten. Unter Einwirkung von Stress reagiert der Stirnlappen nicht mehr und die Reflexe und das instinktive Verhalten, welches genetisch bedingt ist oder in den ersten 7 Jahren unseres Lebens erlernt wurde, gewinnt die Oberhand.

 

Als wir uns zum Beispiel noch vor wilden Tieren in Acht nehmen mussten, machte dieses Verhalten absolut Sinn. Aber Heute wäre es, gerade in unserer schnelllebigen und stressreichen Zeit, von Bedeutung, wenn wir vorausschauend handeln könnten. Umso wichtiger ist es also sich auf die “Work Life Balance“ zu konzentrieren! Wenn wir nicht möchten das wir „nur“ mit unserem emotionalen Hirn, welches übrigens alle Säugetiere haben, durch unser Leben gehen möchten.

 

Im Zuge der Evolution entwickelte der Mensch die Fähigkeit, sich nicht nur von den Instinkten und Reflexen leiten zu lassen, sondern über das Denken auch das emotionale Gehirn zu blockieren. Die Gefühle durch Gedanken kontrollieren zu wollen, ist aber ein zweischneidiges Schwert.

 

Die Folgen, die die Unterdrückung der Gefühle auslöst, trifft man häufig bei Menschen, die als Kind gelernt haben, dass bestimmte Gefühle nicht zulässig sind. So „darf“ ein Junge zum Beispiel nicht weinen oder ein Indianer keine Schmerzen kennen. Das Bauchgefühl und die Fähigkeit auf die Warnsignale des emotionalen Gehirns zu hören geht dabei verloren und man hat Mühe, Entscheidungen zu treffen.

 

Es ist aber nie zu spät, sich selber zu entscheiden, wie man besser mit seinen Gefühlen und den Beziehungen zu anderen Menschen umgehen kann. Wenn beide Gehirne gerne miteinander arbeiten fühlen wir eine innere Harmonie.

 

In diesem Sinne schaut auf euch.

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